Jan Zweyer

Verkauftes Sterben

Das Bild zeigt das Buchcover von Verkauftes Sterben

Verkauftes Sterben
Grafit-Verlag Dortmund 2004 
ISBN 3-89425-289-8, 352 Seiten Preis 9,90 €
Das Cover von Verkauftes Sterben wurde zur Wahl des schönsten Krimi-Covers 2004 nominiert.

Das Buch ist beim Verlag leider 
vergriffen

Das Bild zeigt das Cover des H

Verkauftes Sterben
ist auch als RADIOROPA-Hörbuch erhältlich. Ungekürzte Lesung von Raimund Wurzwallner.
Laufzeit ca. 11,15 Stunden. 10 Audio-CDs und 1 Bonus-CD im MP3-Format, 12,80 Euro
Erschienen August 2006 

Das Bild zeigt das Cover der Bertelsmannausgabe

Auch als Hardcover im Bertelsmann Buchclub erhältlich
Buch-Nr. 848861

Verkauftes Sterben

In einem jeden Montag in Hamburg erscheinenden Nachrichten- magazin las ich vor einigen Jahren einen Artikel über Agenturen, die sich auf ein ganz spezielles Geschäft spezialisiert haben: Sie vermitteln Menschen, die eine Lebensversicherung abgeschlossen haben und deren Lebenserwartung nur noch wenige Monate beträgt, Investoren, die ihnen die Versicherung abkaufen und sich als Begünstigte in die Police eintragen lassen. Von diesem Deal profitieren beide: Der Käufer, der im Todesfall mehr Geld von der Versicherung bekommt, als er investiert hat und der Verkäufer, der ebenfalls einen höheren Betrag vom Investor erhält, als er im Fall der vorzeitigen Kündigung seines Vertrages erwarten könnte. Neudeutsch also eine win-win-Situation. Aber was ist, wenn der Kranke nun wider Erwarten nicht das Zeitliche segnet sondern überraschend gesundet und das Investment notleidend wird?
Eine spannende Frage, oder?

 In Verkauftes Sterben gibt es darauf eine Antwort.

Auch ein zweites Thema beschäftigt mich in diesem Buch: In leider immer kürzer werdenden Abständen berichten die Zeitungen, mit welchen Methoden eine unheilvolle Allianz von einigen Ärzten, Apothekern, Pharmafirmen und manchmal auch Patienten unser Gesundheitssystem regelrecht ausplündern. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Da gibt es legale, aber auch illegale Tricks, mit denen letztlich uns allen das Geld aus der Tasche gezogen wird. Und die Politik reagiert, wie sie schon immer reagiert hat: Mit hektischen Sparmaßnahmen und drastischen Kürzungen in der Versorgung, mit der Erhöhung der Zuzahlungsbeträge oder Arztpraxis- Eintrittsgeldern. Trotzdem explodieren die Kosten für unser medizinische Versorgung.

Der beim Verlag leider vergriffene Titel ist als Kindle-Ebook erhältlich



Pressematerial 

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Pressestimmen 

 Schlafstörungen könnte er verursachen, der jüngste Krimi von Jan Zweyer mit Rainer Esch in der Hauptrolle. Er ist so realistisch, so nahe dran an den Menschen, ihren Sorgen, Problemen und Nöten, dass selbst das Unglaubliche Realität wird: Krebspatienten verkaufen ihre Versicherungen und können für einen kurzen Zeitraum einmal so richtig aus dem Vollen schöpfen, die letzten Monate ihre Lebens genießen. Horst Mühlenkamp ist so ein Mensch. Der hat sich vor dem Verkauf mit Rechtsanwalt Rainer Esch über die Modalitäten unterhalten. Als der tot aufgefunden wird, glaubt Esch nicht einfach an den Tod eines Joggers. Der frühere Privatdetektiv beginnt eigene Nachforschungen, da der ehemalige Leukämie-Patient genesen war. Sollten da etwa die Personen ihre Finger im Spiel gehabt haben, die vom Ableben des Patienten profitiert: hätten? Esch spürt gleich einen weiteren Skandal auf. Hier geht es um den Handel mit Medikamenten, in den auch Apotheker verstrickt sind.
Spannung pur ist auf 344 Seiten garantiert. Der Thriller sorgt für so manche Gänsehaut beim Lesen. Und wer das Buch in Händen hält, der fragt, sich so manches Mal: Wie nah dran ist Autor Jan Zweyer eigentlich? Gibt es das nicht doch auch alles bei uns? Wird der bevorstehende Tod eines Menschen zum großen Geschäft für Kapitalanleger? Fragen, auf die man eigentlich gar keine Antworten haben möchte. Jedes Wort wäre zu entsetzlich! (-ig-)
Emsdettener Volkszeitung, 31. Juli 2004)

Mit kleinen Bußgeld- und Arbeitsrechtsachen, dem Kicker und seiner täglichen Nikotin-Ration hält sich Rainer Esch, Teilhaber einer Herner Anwaltssozietat, über Wasser. Langeweile heißt sein treuester Klient. Ein ungewöhnliches Mandat beendet schließlich die Lethargie des finanziell notorisch abgebrannten Juristen. Dubios ist der Vertragspartner seines Auftraggebers: Die FürLeben GmbH hat den Tod als gewinnbringendes Investmentmodell entdeckt. Das Prinzip ist so einfach, wie schockierend: Dem Tod geweihte Menschen verkaufen die Option auf ihre Lebensversicherung an zahlungskräftige Anleger. Bei Ermittlungen zum plötzlichen Ableben seines trotz anderslautender ärztlicher Prognose wieder völlig genesenen Kunden stößt Esch auf erschreckend kriminelle Energien im frisch reformierten Gesundheitswesen. Bitter ist manche der Pillen, die der sympathische Protagonist bei seinem mittlerweile siebten Einsatz zu schlucken hat. Gewohnt routiniert konstruiert Zweyer einen strategisch-stimmigen Plot und zieht die Fäden in einer span- nenden, mit Lokalkolorit und Humor gestrickten Story.
(Alexandra Mai)
 GIG, September 2004)

Wer behauptet, dass es keinen originellen deutschen Kriminalroman gebe, der muss nur dieses Buch lesen. Im Zeitalter hemmungsloser Vermarktung - auch nichtmaterieller Werte - ist die Idee nur konse- quent, aus dem eigenen Tod zu Lebzeiten Profit zu schlagen. Was macht ein Mensch, dem offenbart wird, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, der aber über eine auskömmliche Lebensve sicherung verfügt? Zweyers Idee, ein Unternehmen zu erfinden, das den Sterbenskranken ihre Lebensversicherung zu einem Bruchteil des Wertes abkauft, damit sie vor ihrem Tod noch etwas davon haben, wobei das Unternehmen im Todes- fall die volle Summe als Begün- stigter aus dem Vertrag kassiert, ist so realistisch, dass man nicht glauben mag, so eine Konstruktion bestehe nicht schon in der Realität. Der Autor denkt den Fall aber konsequent weiter. Was ist, wenn einer dieser Todgeweihten entgegen aller ärztlichen Prognosen den Pfad der Genesung betritt? Der Käufer muss um seine Rendite fürchten. Und kann man da nicht auf den Gedanken kommen, die sich anbahnende Genesung zu korrigieren? Flugs ist der Autor auf der Schattenseite medizinischer Versorgung, deren schwarze Schafe sich als ebenso profitsüchtig erweisen, wie die in anderen Gewerben auch. Aus Menschen, die eh dem Untergang geweiht sind, lässt sich doch auch in anderer Weise Kapital schlagen. Und so entwickelt sich eine spannungsgeladene Geschichte, die - wie der Rezensent aus eigener Anschauung schon vor 20 Jahren erleben durfte - vom Menschen als Produktionsfaktor der Medizinindustrie handelt. Am Ende des Romans ist man fast froh, dass es für Mord auch noch die ganz klassischen Motive gibt. Der Schluss des Romans erinnert etwas an Polanskis Film Tanz der Vampire. Obwohl das Böse erfolgreich bekämpft wurde, kehrt es doch in anderer Gestalt mit derselben Bedrohung in die Realität zurück. Der Roman hat kein Happyend. (hl)
 (Richter ohne Robe, Zeitschrift des Bundesverbandes ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e.V., 3/2004)