Jan Zweyer

Tatort Töwerland

Das Bild zeigt das Buchcover von Tatort Töwerland

Tatort Töwerland
Grafit-Verlag Dortmund 2001
ISBN 3-89425-253-7
256 Seiten Preis 8,40 €

Das Bild zeigt das Cover der Bertelsmannausgabe

Auch als Lizenzausgabe im Bertelsmann Buchclub erhältlich
Buch-Nr. 02428 1, 6,90 €

Das Bild zeigt das Cover der Aldi-Ausgabe

Cover der Lizensausgabe für den Tandem-Verlag, der die bei ALDI (Nord) vertriebenen Bücher prodiziert hat.
Das Coverfoto ist allerdings recht eigenwillig. Juists Leuchturm strahlt nur Richtung Ort und auch das nur wegen der Touristen und Steinklippen finden sich auf dem Töwerland auch nicht.

Tatort Töwerland

Juist macht süchtig! Für die meisten, die einmal auf der schönsten Sandbank der Welt Urlaub gemacht haben, gibt es nur zwei Alternativen: immer wieder oder nie mehr Juist.

Ich gehöre zu der ersten Kategorie. Seit Jahren verbringe ich mindestens einen, nach Möglichkeit zwei Urlaube auf der Insel, bevorzugt im Winter, zwischen Weihnachten und Neujahr. 

Da lag es nahe, meiner Lieblingsinsel ein kriminelles Denkmal zu setzen. Und so erschien Tatort Töwerland (Töwerland ist friesisch und heißt so viel wie Zauberland) als erster Juist-Krimi und wurde in der Insel-Buchhandlung Koch zum Beststeller. 
 
Ein kleiner Lapsus ist mir unterlaufen: In meinem Krimi spielt eine Figur namens Wübber eine etwas undurchschaubare Rolle. 
Dumm für mich, dass ich trotz aller Recherchen übersehen hatte, dass der damalige und langjährige Bürgermeister der Gemeinde Juist so ähnlich hieß. 

Sorry, Herr Wübben, Sie waren wirklich nicht gemeint.

Viele vermuteten wegen der Namensähnlichkeit, dass der Krimi so eine Art Enthüllungsroman sein sollte. Stimmt nicht, ehrlich. Alles nur Zufall. Und auch für die Abwahl von Johann Wübben nach 20jähriger Amtszeit am 9. September 2001 ist mein Krimi bestimmt nicht verantwortlich.
Glaube ich jedenfalls. 



Pressematerial 

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Pressestimmen 

 Mord auf der Insel
Krimiautor Zweyer schickt seinen Helden Rainer Esch nach Juist
 Zur holden Nordseeinsel Juist ist Folgendes zu sagen. Im Sommer ist sie in der Tat so lieblich und bevölkert, dass es schwierig ist, sie sich als Ort für ein schlimmes Verbrechen zu denken. Wer hingegen im Winter mal auf die kleine Hafenanlage guckte, die in gelblicher Minimalbeleuchtung so einsam da lag, kein Mensch weit und breit, dem kann die Fantasie wohl durchgehen.
Wie auch immer Krimiautor Jan Zweyer aus Herne drauf kam. Er schickt jedenfalls seinen Roman-Anwalt Rainer Esch, der schon manches Abenteuer zu bestehen hatte, unter zwielichtigem Vorwand auf die Insel. Der Mord ist bereits geschehen, und Esch hat damit eigentlich gar nichts zu tun, dann aber doch. 
So ist das im Krimi, und so ist das auf Juist, wo es der überschaubarkeit der Menschenmenge wegen nicht leicht ist, sich von irgendetwas ernsthaft fernzuhalten.
 Zwischen Backsteinhäuschen braut sich Übles zusammen. Ein Golfplatz mit passender Villengegend soll gebaut werden und ein Teil des Naturschutzgebiets dafür herhalten. Esch, chronisch pleite und froh über einen liquiden, wenngleich windigen Mandanten, hat den Auftrag, bei potenziellen Grund-und-Boden-Verkäufern vorzufühlen. Mit ihm und seiner skeptischen Freundin und Kanzleikollegin tummeln sich zwei, drei finstere Gestalten zwischen den Dünen sowie zwei enervierte Hamburger Polizisten. Die waren lieber zu Hause, sollen aber jetzt noch flink vor Weihnachten den genannten Mord aufklären, der vielleicht was mit dem Golfplatzprojekt zu tun hat, vielleicht aber auch nicht. 
Jeder ist verdächtig, die Gemengelage unübersichtlich, und am Ende war doch alles ganz anders als gedacht. Wer nicht zum Amüsement, sondern aus geschäftlichen Gründen auf Juist landet, muss sich erst daran gewöhnen, dass er eine Pferdekutsche nehmen muss, um pünktlich beim Termin zu sein. Und daran, dass die Geschäfte, sagen wir mal, unübliche Öffnungszeiten haben. Und dass der Juister an sich ein Menschenschlag eigener Art ist. Man wohnt im Hotel <Achterdiek> oder <Pabst>, entspannt im <Lütje Teehuus>, und an Heiligabend - das dauert nämlich alles etwas länger als erhofft - geht's ins noble Kurhaus- Restaurant.
 Gelegentlich versackt man ganz übel in der <Spelunke>, einer Kneipe, die ihren Namen verdient hat, wie Juist-Reisende wissen. Die haben noch ein bisschen mehr vom Buch als andere Leute.
 (Judith von Sternburg) Lesart, Heft 2, 2001

 Kurz vor Weihnachten wird auf der Insel Juist die Leiche einer jungen Frau in den Dünen gefunden. Zwei Kommissare vorn Festland bemühen sich gemeinsam mit dem Dorfpolizisten und dem Rechts- anwalt Rainer Esch den Mörder zu finden. 
Tatort Töwerland heißt der Krimi von Jan Zweyer, der im Grafit- Verlag erschienen ist. Es ist bereits der sechste aus der Feder des 1953 in Frankfurt geborenen Autors. 
Im Mittelpunkt steht wieder Rainer Esch. Der am Anfang der Serie erfolglose Jura-Student hat endlich seinen Abschluss und sich als Anwalt selbstständig gemacht. 
Mit ihm hat Jan Zweyer eine ungewöhnliche Serienfigur geschaffen. Der junge Anwalt mischt zwar auch in dem neuen Fall mit. Er ist aber nicht der eigentliche Detektiv. Die Ermittlungsarbeit übernimmt die Polizei. Gut konstruiert ist die Geschichte, die durch mehrere gleichwertige Erzählstränge aus unterschiedlichen Perspektiven weiterentwickelt wird. Bei den Figuren polarisiert der Autor mit sicherem Gefühl für zwischenmenschliche Spannungen. Der junge Anwalt vertritt einen windigen Geschäftsmann. Der einzelkämpferische Dorfpolizist muss mit wenig begeisterten Kollegen aus der Stadt zusammenarbeiten. Misstrauische und wortkarge Inselbewohner stehen neugierigen Touristen gegenüber. Umweltschützer haben andere Interessen als Geschäftleute. 
Stilistisch ist Tatort Töwerland eine kuriose, aber gelungene Mischung aus Agatha Christie und John Grisham. Der Autor hat den klassischen Rätselcharakter verbunden mit Action und Spannung. Im Vergleich zu seinem ersten Krimi Glück auf Glück ab hat sich Zweyer weiter- entwickelt. Vor allem die Figuren sind nun lebendiger und glaubwürdiger.
 Der in Herne lebende Krimiautor ist ein guter Erzähler geworden.
 (Claudia Roos)
 Wetzlarer Neue Zeitung, 31.12.01