Jan Zweyer

Goldfasan

Das Bild zeigt das Cover von Goldfasan

Goldfasan
Grafit-Verlag Dortmund 2009
ISBN 978-3-89425-611-1
345 Seiten; Preis 11,00 €

Goldfasan

Zweiter Band der Goldstein-Trilogie

Die Arbeit an Goldfasan ist mir nicht leicht gefallen. Der Roman spielt 1943 in Herne und Umgebung. Der Naziterror hat ganze Arbeit geleistet: Der politische Widerstand ist weitgehend zer- schlagen, Millionen Menschen werden wegen ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihres Glaubens, ihrer politischen Überzeugungen oder schlicht einfach deswegen, weil sie als 'unwertes Leben' denunziert werden, in Konzentrationslagern ermordet. 

Und auch Peter Golsten, der im ersten Band der Trilogie (Franzosenliebchen) noch Goldstein hieß, ist Teil dieser Mord- maschinerie, auch wenn er es nicht wahr haben will. Golsten ist nämlich nicht nur Kriminalhauptkommissar, sondern mittlerweile auch SS-Hauptsturmführer, untersteht wie seine Kollegen dem Reichssicherheitshauptamt und arbeitet unter einem Dach mit der Gestapo. Und manchmal sogar mit ihr Hand in Hand.

In Herne verschwindet eine polnische Zwangsarbeiterin. Sie musste im Haushalt des stellvertretenden Kreisleiters der NSDAP schuften. Marta Slowacki ist geflohen, vermutet die Polizei. Das ist ein schwerer Verstoß gegen die damaligen deutschen Gesetze, den sogenannten "Polenerlassen". Also wird Golsten beauftragt, die Verschwundene zu finden. Kurz darauf wird von Jugendlichen ein toter Säugling im Wald entdeckt. 

Und Golsten mutmaßt, dass beide Fälle etwas miteinander zu tun haben können ...



Pressematerial 

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Pressestimmen

 Mit dem zweiten von geplanten drei Romanen um Inspektor Golsten ist "Goldfasan" ein historischer Krimi, der die Vergangenheit, historische Ereignisse und Örtlichkeiten sowie die Lebensumstände der Hauptpersonen mit der kriminalistischen Suche nach dem Täter perfekt verbindet.(rek)
 Recklinghäuser Zeitung
 27. Oktober 2009
 
Ein gelungener Krimi, eine spannende Geschichtsstunde der etwas anderen Art (K. Halstenbach)
Stadtspiegel Recklinghausen
 11. November 2009
 
 (...) Auch die Menge der Informationen über die Zeitumstände findet ihren angemessenen Platz in der dichten Handlung. Die wiederum erzeugt Spannung weniger durch das übliche Täterrätselraten als vielmehr im Mit- und Gegeneinander des Personals kurz vor dem endgültigen Zusammenbruch. Ein Intrigenmaschinchen, dessen Räderwerk noch prächtig zu funktionieren scheint und gnadenlos zermalmt, was ihm in die Quere kommt. Mit der historischen Aktzeit Vertraute mögen einwenden, es mangele dem Roman an Subtilität, seine bevorzugten Töne seien Schwarz und Weiß. Das ist richtig. Und das ist Krimi eben auch. Das scharf konturierte Standbild einer Diktatur. (dpr)
 www.hinternet.de 
18. November 2009

 Der Autor Zweyer versteht es die düstere jüngere deutsche Vergangenheit lebendig, fast fühlbar zu machen. (...)
Zweyer lässt uns Einblick nehmen in die Verkettung und Bespitzelung der die Menschen während des Naziregimes ausgesetzt waren. Auch das Verhältnis zu Sklavenarbeitern wird deutlich gemacht. Ein Buch das besonders jüngeren Lesern auf spannende Weise deutlich macht, welche ungeheuerlichen Zustände in Deutschland geherrscht haben. Hauptkommissar Peter Goldstein arrangiert sich mit den Nazis: Schon sehr frühzeitig verkürzt er seinen Namen auf Golsten und tritt nicht nur der Partei bei, sondern um der Karriere willen sogar der SS. (...)
Beste Krimiunterhaltung mit historischem Hintergrund. Was Fiktion und was Wirklichkeit ist wird im Anhang erklärt. (...)
(schw) Eschborner Stadtmagazin
20.11.09

 Nazis in Herne
 Ein Kommissar als Held in der Nazizeit das ist heikel. Recht und Unrecht im Unrechtsstaat sind noch weniger klar verteilt als sonst. Da gehört schon allerhand dazu, einen Kommissar zu erfinden, dem man noch mit Neugier und Anteilnahme beim Ermitteln äber die Schulter blickt. (...)
 Neben dem sorgfältig gezeichneten Lokal- und Geschichtskolorit (bis hin zum Dauerwellen-Verbot von 1943) rührt die Spannung nun aus dem Dilemma des Kommissars, der sich zwischen Menschlichkeit und Regimetreue entscheiden muss. Und es kaum kann.
Edelweißpiraten, Nazis, Zwangsarbeiter, flüchtige Juden, widerständige Kommunisten, Mitläufer und Bürger, die sich angeekelt abwenden: das Personal gibt der Historie ein Gesicht, und noch mehr tut das der Schauplatz Herne.
 Umso gespannter darf man darauf sein, wie der dritte Teil der Trilogie ausfällt, der dann in der Bundesrepublik spielen soll. (JD)
WAZ-Kultur, 4.12.2009

 Zweyer gelingt nicht nur ein spannender Krimi, sondern er zeichnet ein fesselndes, realitätsnahes Sittengemälde des Jahres 1943 im Ruhrgebiet. So könnte es tatsächlich gewesen sein! (GLK)
 Krimikurier Nr. 32, Winter 2009 

Jan Zweyer konturiert seine Figuren scharf - für Grauzonen sind lediglich Peter Golsten und der junge Edelweißpirat Erwin Bartels zuständig - und bezieht Position. Das ist nicht unbedingt filigran, aber von entlarvender Kraft. (...)
Goldfasan ist ein kluges und spannendes Buch, das seine Geschichte ernst nimmt und die kriminalistischen Elemente nicht schamhaft verleugnet, bzw. als leidiges Transportmittel gebraucht. Kein Hausieren gehen mit Lokalkolorit und regionalen Markenzeichen, obwohl Zweyer damit nicht hinterm Berg hält.
www.krimicouch.de (Jochen König)