Franzosenliebchen

Franzosenliebchen
Grafit-Verlag Dortmund 2007
ISBN 978-3-89425-605-0
345 Seiten, Preis 11,00 €
Erster Band der Goldstein-Trilogie
Schon immer wolle ich einen historischen Roman schreiben - leider ist nur nie etwas aus diesem Vorhaben geworden. Bis jetzt.
Franzosenliebchen ist der erste Band einer (geplanten) Trilogie über den preußischen Polizeibeamten Peter Goldstein, der Anfang der zwanziger Jahre in Berlin in den Polizeidienst eintritt, den es dann ins Ruhrgebiet verschlägt und der dort bis zu seiner Pensionierung Anfang der Fünfziger die Kriegs- und Nachkriegsjahre verbringt. Goldstein ist in erster Linie Beamter, dann erst Polizist. Und seine Loyalität gilt in erster Linie dem Staat, der ihn alimentiert - egal wer diesen Staat regiert. In diesem Sinn ist Goldstein eben fürchterlich deutsch, ein deutscher preußischer Beamter.
Das Buch hieß statt Franzosenliebchen zwischenzeitlich Adelsclub - so nannte die Berliner Polizisten ihr Präsidium.
Der Verlag und ich waren uns nicht sicher, ob wir das Buch wirklich Franzosenliebchen nennen können. Der Begriff war (und ist bei manchen vielleicht immer noch?) ein Schimpfwort. Er wurde benutzt, um Menschen anderer Nationalität und die, die sie lieben, zu diskreditieren, um sie auszugrenzen und vielleicht auch zu verfolgen.
Dürfen wir ein Buch diesen Titel geben, haben wir uns gefragt. Und uns zunächst dagegen entschieden, dann aber wieder umgedacht. Denn wer das Buch liest weiß, wie der Titel ge- meint ist. Auf jeden Fall nicht als Schimpfwort. Und darauf kommt es letztendlich an.
Den Arbeitaufwand für einen solchen Roman hatte ich vorher total unterschätzt. Jedes kleine Detail musste recherchiert werden.
Waren die Straßen mit Katzenköpfen (Kopfsteinpflaster) belegt oder mit Schotter?
Wie waren die Wohnungen der Menschen eingerichtet?
Wie waren sie gekleidet?
Was kostete ein Bier?
Waren trotz intensiver Suche die gewünschten Informationen nicht auffindbar, musste die entsprechende Passage umge- schrieben werden. Ich habe manches Wochenenden mit In- ternetrecherchen und viel Zeit in Archiven und Bibliotheken verbracht.
Ob das Ergebnis der Mühen wert war? Das müssen Sie entscheiden!
Franzosenliebchen. Erschienen im Oktober 2007
Pressematerial
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Pressestimmen
Diese Mischung aus akribischen historischen Beschreibungen und dem krimitypischen Schema "Who done it" ist Jan Zweyer außerordentlich gut gelungen. So lebendig wirken die Charaktere in "Franzosenliebchen", und so plastisch vermittelt Zweyer die Lebenssituation an der Emscher während der Ruhrbesetzung. Man kann nur hoffen, dass der Autor seine als Trilogie geplante Reihe mit Ermittler Peter Gold- stein bald fortsetzt. (Tobias Eetmer)
Recklinghäuser Zeitung, 16.10.07
(...) Zweyer war sich nach eigener Aussage anfangs nicht sicher, ob er seinen packenden Roman "Franzosenliebchen" nennen solle; der Begriff sei zu einseitig negativ besetzt. Der 54- jährige Wahl-Herner blieb dabei und tat gut daran. Entstanden ist ein spannendes wie korrekt recherchiertes Panorama einer fast vergessenen Zeit - mit all ihren politischen wie menschlichen Debakeln. (...)
Atmosphärisch dicht und spannend erzählt Zweyer von der Sisyphos-Arbeit des jungen Ermittlers in einer Welt, die von Verfall und schwachen Hoffnungen geprägt ist. Und er kündigt an, dass"Franzosenliebchen" der erste Teil einer geplanten Goldstein-Trilogie sein soll. Krimi-Fans können sich freuen; Zweyer ist ein sicherer Geschichtsdetektiv (...).
(Markus Römer) Seite 4
Aktuelle Buchnachrichten, 26.11.07
Zeitgeschichtlich gut geschilderter Krimi aus einer fast in Vergessenheit geratenen Phase der deutschen Geschichte. Dazu viel Lokalkolorit - das macht die Mischung zum richtigen Lesevergnügen.
Reinhard Jahn, WDR 5
Die telefonische Mord(s)-beratung, 15.12.2007
Jan Zweyer ist mit Franzosenliebchen ein subtiler, gut recherchierter Bilderbogen dieser brisanten Zeit gelungen, in der Angst, Misstrauen und Verzweiflung das Leben der Menschen vergiftet haben. Seine Dialoge sind aus dem Leben gegriffen, seine Berichte schnörkellos - ein packendes Buch (...) (ava)
Westdeutsche Allgemeine Zeitung - Wochendbeilage 26.1.2008